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Emerging Markets: Entscheidend sind die Gewinne

Aktien aus den Emerging Markets (EM) hatten zuletzt einen Lauf. Man sollte sie deshalb nicht unbesehen kaufen. Vielmehr weist ein Fokus auf die Unternehmensgewinne statt auf die Konjunktur den Weg zu Aktien mit höherem Ertragspotenzial bei vermindertem Risiko.

Der MSCI Emerging Markets Index ist in nur 21 Monaten um 42 % gestiegen (alle Zahlen auf USD-Basis). Das ist fast doppelt so viel wie in den Industrieländern, gemessen am MSCI World Index. Nach einigen harten Jahren erfüllen die Emerging Markets endlich die Erwartungen und heben ihr signifikantes aufgestautes Ertragspotenzial.

Was steckt hinter dieser erstaunlichen Wende? Der Schlüssel sind die Unternehmensgewinne, weniger die allgemeine Konjunktur. Die Korrelation zwischen BIP-Wachstum und Aktienerträgen liegt nämlich, entgegen einem weitverbreiteten Irrglauben, bei nahezu Null. Andererseits ist die Beziehung zwischen Gewinnen und Aktienkurs weit enger (abbildung).

Das ergibt einen Sinn. Aktienanleger investieren letztendlich in Unternehmen, nicht in Länder. Und aktuell ist der Gewinnausblick für Unternehmen aus den Schwellenländern robust: Die Konsensschätzungen erwarten einen Anstieg von 30 % über die kommenden zwei Jahre.

ACHTEN SIE AUF GEWINNERWARTUNGEN

Die Veränderungen in der Erwartungshaltung sind noch wichtiger, insbesondere wenn die Aktienkurse bereits einen rosigen Gewinnausblick reflektieren. Veränderungen in der Einschätzung erklären, warum die EM-Erträge für einige Jahre mau waren und zuletzt wieder erstarkten, wie der jüngste Ansprung von positiven Gewinnrevisionen zeigt (Abbildung links).

FOKUS AUF SCHLÜSSELBRANCHEN

Welche Sektoren trieben die Erholung an? Der Technologie- und der Energiesektor leisteten den grössten Beitrag zu den EM-Gewinnen seit Anfang 2016 (Abbildung oben rechts). Finanzen und Verbrauchsgüter haben sich weniger stark erholt, Telekoms und Versorger gar nicht.

Der steigende Optimismus für die Sektoren Technologie, Rohstoffe und Finanzen in den Schwellenländern ist unserer Ansicht nach gerechtfertigt. Die chinesischen Online-Handelsplattformen machen einen hervorragenden Job, und sie sind oft sogar innovativer als ihre westlichen Konkurrenten. Im Rohstoffbereich stabilisieren sich die Preise angesichts steigender globaler Nachfrage und einer härteren Hand der chinesischen Regierung bei der Bekämpfung von Umweltverschmutzung. Für die Banken sprechen steigende Zinsen und weniger notleidende Kredite. Wir erwarten, dass sich diese Trends im Wesentlichen fortsetzen.

In anderen Branchen ist der Gewinnausblick jedoch weniger attraktiv. Vier der fünf grössten EM-Telekoms sehen sich durch grösseren Wettbewerb Gewinndruck ausgesetzt. Und im Versorgersegment bleibt Wachstum weiterhin rar.

KONZENTRIEREN SIE SICH AUF DIE UNTERNEHMEN

Daher ist die individuelle Titelauswahl entscheidend, selbst wenn der breite Ausblick positiv bleibt. So profitieren etwa Kartonproduzenten in China vom unersättlichen Bedarf der Onlinehändler. Diese Nachfrage hat die Gewinnerwartungen weit mehr beeinflusst als die breite Konjunktur. In Osteuropa haben sich die Banken im Allgemeinen von der Fremdwährungs-Hypothekenkrise erholt. Einige Kreditinstitute erfreuen sich mittlerweile an vollen Auftragsbüchern, weisen eine gute Kapitaldeckung auf und sind gut positioniert, um von steigenden Zinsen zu profitieren.

Indien stellt Stockpicker vor ein kompliziertes Problem. Zwar sind die langfristigen Aussichten für die Wirtschaft des Landes gut und viele Unternehmen werden von dauerhaften Wachstumstrends profitieren. Einige Sektoren jedoch stehen vor grossen Herausforderungen. Pharmaunternehmen sind wachsendem Preisdruck ausgesetzt und der IT-Sektor leidet unter nachlassendem Wachstum und Margendruck.

Wenn wir die EM-Landkarte betrachten, sind nur wenige Länder oder Branchen eindeutig stark oder schwach, die Trends unterscheiden sich oft stark voneinander.

RISIKEN IM AUGE BEHALTEN

Die Herausforderungen für die Unternehmen erfordern ein wachsames Auge auf die Risiken. Zwar hat sich die Volatilität des MSCI Emerging Markets Index im Jahr 2017 um etwa 35 % verringert, aber lassen Sie sich davon nicht einlullen. Wenn Sie die einzelnen Unternehmen betrachten, werden Sie feststellen, dass etwa 10 % der Indexwerte zugleich einen Anstieg der Volatilität von mehr als 30 % verzeichnet haben. Selbst in einem allgemein stabilen Umfeld gibt es immer unsichere Bereiche, die es zu meiden gilt.

Marktvolatilität ist in den Emerging Markets immer ein reelles Risiko. Die Anleger könnten durch mehrere potenzielle Probleme verschreckt werden, von der weniger fördernden Geldpolitik der Zentralbanken bis hin zu eskalierenden Spannungen in Korea. Um als EM-Anleger erfolgreich zu sein, ist es unabdinglich, sich zu schützen, wenn die unvermeidliche Korrektur kommt.

EM-Aktienanleger müssen stets mit potenziellen Rückschlägen rechnen. Selbst angesichts von steigenden Gewinnen und attraktiven Bewertungen können Gefährdungen für einzelne Aktien und die Marktstabilität nicht ignoriert werden. Ein Fokus auf die Grundlagen einzelner Unternehmen und eine stringente Selektivität mit Betonung des Verlustschutzes kann Anlegern dabei helfen, die nächste Phase der EM-Erholung erfolgreich zu meistern.

Die hier geäusserten Einschätzungen und Meinungen sind weder Analysen noch dienen sie als Investmentberatung oder Anlageempfehlung. Sie geben nicht notwendigerweise die Ansichten aller Portfoliomanagementteams von AB wider.

MSCI übernimmt keine ausdrückliche oder stillschweigende Gewährleistung oder Verantwortung und kann für die hierin enthaltenen MSCI-Daten nicht haftbar gemacht werden. Die MSCI-Daten dürfen nicht weitergegeben oder als Grundlage für andere Indizes, Wertpapiere oder Finanzprodukte genutzt werden. Dieser Bericht wurde von MSCI nicht genehmigt, überprüft oder selbst erstellt.

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